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Joan's Forum

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 Wissenschaft oder Religion
joan Offline

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Beiträge: 574

28.01.2008 16:55
Über den Unsinn spiritueller Philosophien .... antworten

In Wirklichkeit gibt es weder Meister noch Schüler. Es gibt nur Menschen. Entweder sie träumen, oder sie sind wach. (Veden)

Es gibt keinen Weg, und doch gehen wir ihn, denn wir glauben, ein "Ich" zu sein, eine Persönlichkeit. Da wir diese Persönlichkeit in einer sehr spezifischen Art und Weise erleben, identifizieren wir uns mit ihr. So entsteht ein "Ego", dass uns durch diese Welt begleitet. Aber nicht nur das geschieht, denn durch die Bewusstwerdung eines "Ich" glauben wir zu wissen, dass es eine Trennung gibt, durch die sich dieses "Ich" von allem anderen Erfahrbaren unterscheidet. Ergo glauben wir zwangsläufig auch daran, dass es einen Weg zu Gott gäbe, der sich irgendwo da ausserhalb des "eigenen Ichs" befindet. Wir haben Gott nach außerhalb verpflanzt und sind überzeugt, zu ihm zurück zu müssen.
Es gibt eine Sehnsucht in uns, die uns antreibt das Gefühl der Getrenntheit zu überwinden. Dieser Antrieb lässt uns alles tun, diesen "Gott" zu suchen. Er ist der Motor, der uns ihm näher bringen soll. Wenn wir uns von dieser Sehnsucht leiten lassen, von diesem Gefühl der Getrenntheit - so wird uns das von selbst in die richtige Richtung führen und uns Situationen und Erfahrungen bringen, die uns vielleicht eines Tages, etwas bewusst werden lassen.
Wir werden erfahren, dass der gesuchte "Gott" schon immer in uns gewohnt hat und nicht gesucht werden musste. Er ist, war und wird uns immer näher sein, als uns unser Verständnis von ihm glauben macht.
Dieser Weg der Sehnsucht führt nach innen und öffnet dort Pforten, von denen wir nicht einmal träumen konnten. Es ist völlig egal, welcher Lehre, welcher Schule oder Methode wir folgen, denn nicht die Schule, Lehre oder Methode ist wichtig, sondern die Tatsache, dass uns auf diesem Weg eines Tages unserer eigene Ohnmacht bewusst wird. Die Ohnmacht auch nur das Kleinste tun zu können, was einem Ich entspringt.
Dieses Wissen um die eigene Ohnmacht bringt uns an den Rand unserer gesamten Kräfte, so dass wir letztlich auch die Suche loslassen und uns einfach nur noch dem Leben hingeben.
Im völligen Aufgeben öffnet sich dann die letzte Pforte, die wir physisch mit der Herzgegend in Verbindung bringen. Springt diese letzte Pforte auf, fließt ein tiefer Frieden in uns ein. Es ist kein Geschenk von "Irgendwem", sondern es öffnet sich für einen Augenblick die Wirklichkeit, das Zuhause, in dem wir alle beheimatet sind. Dieses Aufblitzen der Wirklichkeit lässt das Wahre, Schöne und Gute im Menschen zusammenströmen.
"Körper, Seele und Geist" fließen zusammen. Der abstrakte Gott und der konkrete Mensch verschmelzen zu einer Erfahrung. Das ist alles nicht spektakulär, nicht laut, ohne Glockenklingen und Heiligkeit, denn es offenbart sich darin das existentielle Menschsein. Was dann aufscheint ist nicht neu. Es ist etwas Altbekanntes - so alt wie die Wirklichkeit selbst: Im Innern verschiebt sich etwas und die Folge davon ist eine, sich selbst neu ordnende Sicht auf die Welt, auf die eigene Existenz und auf das eigene Erleben. Schmerzlos, schnörkellos, leise, sehr entspannend, befreiend und kompromisslos.
Man kann Jahrzehnte meditieren, beten, Tantra machen, Askese üben - egal ob in der Esoterik, dem Yoga, den Veden oder in einer der reichlich vorhandenen Kirchen. Es ist sogar egal, ob man es als den persönlich richtigen Weg empfindet. Nur die Kraft der Sehn-Suche zählt. Diese Kraft der Suche lässt uns von einem Irrtum zum nächsten wandern und dabei immer mehr Erfahrungen machen. Und der größte Fehler dabei wäre, bei irgendeiner spirituellen Erfahrung zu glauben, man hätte "ES" jetzt. Einige Zeit später wird man erfahren: Alles, was man erlebt - erhebende Spiritualität, heilige Gefühle, Glückseligkeit, Göttlichkeit, Trauer, Schmerz, tiefe Liebe, abgründigen Hass, Gewalt, Aggression - es kommt und es vergeht auch wieder. Dabei muss man nur verstehen, dass alles, was vergeht oder sich verwandelt, keine tatsächliche Wirklichkeit hat. Die Wirklichkeit ist unvergänglich und unwandelbar. Alles andere ist ein Produkt unserer menschlichen Persönlichkeit, die von einem Ego angetrieben wird.

Wir klammern uns in unserer Verständnisnot an alles, was dazu geeignet erscheint diese Erfahrungen in unser Ego-Kleid hinein zu flechten, ein Konzept daraus zu machen. Doch in einem Konzept ist "Wirklichkeit" nicht zu finden. Jeder spirituelle Weg ist tatsächlich ein Traum von der Trennung. Ein Traum von einer selbsttändigen, separaten Existenz. Der Traum selbst einmal "Gott" sein zu wollen. Dieser Traum von einer eigenständigen Persönlichkeit liefert uns den Kontext vom Leben in einer Welt aus separat voneinander existierenden Dingen. Doch es ist möglich die Suche zu beenden und einen inneren Frieden zu finden, der unabhängig von den äußeren Umständen ist. Der Preis dafür ist das Ende aller Konzepte und allen Wissens, an das man sich klammerte. Auch alle spirituellen Konstrukte finden hier ihr Ende.

Deshalb muss sich hier jeder in aller Vorsicht die Frage stellen: Will ich das wirklich?
Denn, es kommt keine Heiligkeit auf dich zu, sondern Klarheit ohne Schnörkel. Keine ewige Glückseligkeit, sondern ein Leben im Mitschwingen des Jetzt. Das ist mal schön und mal schlecht, mal ist es ekstatisch und mal voller Leid. Doch es ist ein Leben in innerer Freiheit und in tiefem Frieden. Ein Gefühl, Zuhause angekommen zu sein.

Nachjagen will ich dem Geliebten Mit all meiner Leidenschaft und Kraft, Bis ich erkenne: Es hat keinen Sinn, nach Ihm zu suchen. Doch wie könnte ich Ihn nahe bei mir wissen, Ohne die ganze Welt zu durchwandern? Wie könnte ich sein Hier-Sein je erfassen, Ohne mich ganz woandershin zu wagen? Gott hat uns gesagt, dass Er bei uns ist, Aber das Herz versiegelt hat, So dass er dies nur langsam, Auf Umwegen, begreifen kann. Bist du erst lang und weit genug gewandert Und hast alles getan, was der Weg verlangte, Wird das Herz entsiegelt. Dann sagst du dir verblüfft: "Hätt ich gewusst, Dass ich schon immer Gott so nah war, Wie hätte ich nach Ihm suchen können?" Doch dieses Wissen kam dir durch die Fremde: Scharfsinn allein hätt's nie erringen können.
(Dschalal ad-Din Rumi )

alles liebe
Joan

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