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Joan's Forum

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 Bücher und Texte
akim Offline



Beiträge: 20

27.11.2011 12:11
Bhagavad Gita antworten

Da ich sie liebe und sie mir einst eine wahre Offenbarung war, dachte ich mir, ich stelle sie einmal hier rein, wenn's genehm ist...

Vielleicht ergiebt sich ja sogar ein Austausch.

Es handelt sich um eine relativ prägnante Zusammenfassung, der wunderbaren Übersetzung von Leopold von Schröder (http://gita.de.ki/)

Alles Liebe

akim


"
-4-

[…]

So hab' die Andachts-Lehre ich verkündet dem Vivasvant einst,
Vivasvant hat dem Manu sie, Manu Ikshvâku mitgeteilt.

So ging von Mund zu Mund sie fort, die Königsweisen kannten sie, –
Doch durch die lange Zeit ging dann verloren diese Lehre hier.

Die alte Andachts-Lehre ist's, die hab' ich jetzt verkündet dir,
Weil mein Verehrer du und Freund – ein hehr Geheimnis ist sie ja.

[…]

Gar viel Geburten hab' ich schon durchlebt – du auch, o Arjuna! -
Ich weiß von ihnen allen noch, doch du weißt nichts davon, o Held!

[…]

Und wer mein Werden und mein Tun, das göttliche, in Wahrheit kennt,
Erleidet keine Neugeburt, – er geht im Tode zu mir ein.

Von Neigung, Furcht und Zorn befreit, mir ähnlich und auf mich gestützt,
Durch der Erkenntnis Buße rein, gingen schon viele auf in mir.

[…]

Was ist denn Tat? was ist Nichttun? – das ist's, was Weise selbst verwirrt;
Drum will die Tat ich künden dir, wodurch du kommst vom Übel frei.

Denn achten muß man auf die Tat, achten auf unerlaubtes Tun,
Muß achten auf das Nichttun auch, – der Tat Wesen ist abgrundtief.

Wer in der Tat das Nichttun schaut und in dem Nichttun grad' die Tat,
Der ist ein einsichtsvoller Mensch, andächtig tut er jede Tat.

Wer Gier und Wunsch bei jeglichem Beginnen ganz und gar verbannt,
Wer in des Wissens Feu'r die Tat verbrannt, heißt ein weiser Mann.

[…]

So mannigfalt'ge Opfer sind in Brahmans Munde dar- gebracht,
Sie alle stammen aus der Tat, dies wisse! dann wirst du erlöst.

Besser als Opfer allen Guts ist der Erkenntnis Opfer, Held!
Denn jede Tat, ganz lückenlos, in der Erkenntnis liegt sie drin.

[…]

Hast du's erkannt, o Pându-Sohn, wirst du nicht wiederum betört,
Dadurch wirst alle Wesen du in dir erschaun und dann in mir.

Auch wenn ein größrer Sünder du als alle andern Sünder bist,
Doch wirst mit der Erkenntnis Schiff du fahren übers Meer der Schuld.

[…]

Dem Gläub'gen fällt Erkenntis zu, der nach ihr sucht, die Sinne zähmt;
Wer die Erkenntnis fand, gelangt zum höchsten Seelen-frieden bald.

Wer unwissend und glaubenslos dem Zweifel nachgibt, geht zugrund;
Nicht diese, noch auch jene Welt, noch Glück ist je des Zweiflers Teil.

Doch wer der Andacht weiht sein Tun, den Zweifel durch Einsicht zerstört,
Sein selber mächtig ist, fürwahr, den binden auch die Taten nicht.

Zerschneide mit des Wissens Schwert den Zweifel, der aus Torheit stammt,
Im Herzen! Weih der Andacht dich! Erhebe dich, o Bhârata!


-5-

[…]

Das ist der stets Entsagende, der nichts hasset und nichts sich wünscht,
Denn von den Gegensätzen frei kommt leicht er von der Fessel los.

Denken und Andacht scheiden nur die Toren, doch die Weisen nicht;
Wer ganz sich nur dem einen weiht, erlanget aller beider Frucht.

[…]

Wer handelt ohne jeden Hang und all sein Tun der Gottheit weiht,
Wird durch das Böse nicht befleckt, wie's Lotusblatt durchs Wasser nicht.

[…]

Wer fromm aufgibt die Frucht der Tat, erlangt die höchste Seelenruh,
Wer unfromm hängt an dem Erfolg, wird durch begehrlich Tun verstrickt.

[…]

Nicht Täterschaft, noch Taten auch schafft Er, der Herrscher dieser Welt,
Noch den Kontakt von Tat und Frucht, – da waltet vielmehr die Natur.

Nicht irgend jemands böse noch auch gute Tat nimmt an der Herr, -
Das Wissen liegt in Finsternis, und dadurch wird der Mensch betört.

Doch wem Unwissenheit zerstört durch Erkenntnis des Atman ist,
Des Wissen läßt der Sonne gleich helleuchtend schaun das höchste Heil.

Dies kennend, mit ihm wesensgleich, ruhend auf ihm, ergeben ihm,
Geht man und kommt nicht wieder her, durch Wissen frei von aller Schuld.

[…]

Nicht hängend an der Außenwelt, findet er in sich selbst das Glück;
Wer andachtävoll nach Brahman strebt, erlangt ein unvergänglich Glück.

[…]

Wer in sich selbst beglückt, selig, von innrem Licht erleuchtet ist,
Der Fromme wird zum Brahman selbst und wird im Brahman ganz verwehn.

[…]

Asketen, die den Sinn bezähmt, von Gier und Zorn sich ganz befreit,
Des Atman Wesen kennen, die sind dem Verwehn in Brahman nah.


-6-

Wer, nicht auf Tatenfrucht bedacht, die pflichtgemäße Tat vollbringt,
Ist entsagungs- und andachtsreich, nicht wer feuer- und tatenlos

Was man Entsagung nennt, das ist Andacht – wisse, o Pându-Sohn!
Denn wer den Wünschen nicht entsagt, der kann auch nicht andächtig sein.

[…]

Man bring' sein Selbst durchs Selbst empor, nicht bring's herunter man das Selbst!
Das Selbst ist ja sein eigner Freund, das Selbst ist auch sein eigner Feind.

Dem ist das Selbst sein eigner Freund, der durch das Selbst das Selbst besiegt;
Doch kämpft es mit der Außenwelt, dann wird das Selbst sich selbst zum Feind.

Wer sich bezwang und ruhig ward, in dem wohnt still der höchste Geist,
In Kält' und Hitze, Lust und Leid, in Ehren und in Schanden auch.

[…]

Wo das Denken zur Ruhe kommt, durch Andachtsübung eingedämmt,
Und wo man, mit dem Selbst das Selbst schauend, sich an dem Selbst erfreut;

Wo man das grenzenlose Glück, dem Geist faßbar, den Sinnen nicht,
Kennend und fest darin stehend sich von der Wahrheit nicht bewegt;

[…]

Denn den Andächt'gen, dessen Sinn beruhigt ist, wird höchstes Glück
Erfüllen, – leidenschaftgestillt, Brahman-geworden, ist er rein.

Sich selbst in allen Wesen sieht und alle Wesen auch in sich,
Wer so sein Selbst in Andacht übt und alles schaut gleichmütig an.

Wer mich allüberall erblickt und alles auch in mir erblickt,
Dem kann niemals entschwinden ich, und er entschwindet niemals mir.

Wer mich in allen Wesen ehrt, der Einheitslehre huldigend,
Der, wie er immer sich bewegt, bewegt sich andachtsvoll in mir.


-7-

An mir hängend mit Herz und Sinn, Andacht übend, auf mich gestützt,
Wie du mich ganz erkennen wirst, von Zweifel frei, das höre nun!

Dies Wissen und Erkennen dir verkünden will ich ohne Rest;
Wenn du's erkannt hast, bleibt dir hier nichts zu erkennen übrig mehr.

Unter Tausenden von Menschen strebt nach Vollendung einer kaum,
Von den erfolgreich Strebenden kennt wahrhaft mich kaum einer noch.

Erde, Wasser, Feuer, Äther, Luft, Sinn, Geist, Selbstbewußtsein auch
Dies alles ist meine Natur, die sich achtfältig hat verteilt.

Die niedre ist das! außer ihr hab' ich noch eine höhere
Natur, – sie ist das Leben selbst und sie ist's, die die Welt erhält.

[…]

Ja, alles Sein, der Güte Reich, der Leidenschaft und Finsternis –
Es stammt aus mir, es ist in mir, – doch ich bin darum nicht in ihm!

Verwirret durch all dieses Sein in der drei Qualitäten Reich,
Erkennt die Welt es nicht, daß ich höher und unvergänglich bin.

Mein göttlich Scheinbild dieser Welt, darüber kommt man schwer hinweg!
Doch wer mir selbst sich wendet zu, der zwinget dieses Zauberbild.

Die Frevler, die Gemeinen und die Toren kommen nicht zu mir;
Beraubt des Wissens durch den Schein suchen sie bei Dämonen Heil.

[…]

Wenn der Geburten Reih' zu End', gelangt zu mir der Wissende;
»Gott ist das All!« – schwer findet sich ein Edler, welcher das erkennt.

Die, denen Gier das Wissen raubt, die gehn zu andern Göttern hin,
Halten an manche Regel sich, – sie lenkt die eigene Natur.

Und welche Gottheit einer auch im Glauben zu verehren strebt, –
Ich sehe seinen Glauben an und weis' ihm zu den rechten Platz.

[…]

Doch bleibt beschränkt nur der Erfolg bei denen, die beschränkten Sinns.
Die Götter findet, wer sie ehrt! wer mich verehrt, gelangt zu mir!

Unsichtbar bin ich! nur der Tor kann glauben, daß ich sichtbar ward!
Mein höhres Sein, das ewige, das höchste, blieb ihm unbekannt.

Nicht jedem bin ich offenbar, weil mich der Maya Schein verhüllt,
Betört erkennt die Welt mich nicht, den Ungebornen, Ewigen.

[…]

Die zu mir flüchten, strebend nach Erlösung von Alter und Tod,
Die kennen dieses Brahman ganz, das höchste Selbst, das ganze Werk!


-8-

Des Körpers Tore schließend all, den Sinn im Herzen fest haltend,
Den Lebensgeist im Kopf sammelnd, der strengen Andacht zugewandt;

Brahmans einsilb'gen Namen »Om«! aussprechend und gedenkend mein -
Wer so den Leib verlassend stirbt, der wandelt auf der höchsten Bahn.

Wer an nichts andres jemals denkt und immerdar an mich gedenkt,
Wer in beständ'ger Andacht lebt, der ist es, der mich leicht erlangt.

Die Edlen, die zu mir gelangt und die Vollendung so erreicht,
Erleiden keine Neugeburt, wo Schmerz wohnt und Vergänglichkeit.

[…]

Doch jenseits dieses Lebens gibt's ein andres, ewig, un- sichtbar,
Das, ob auch alle Wesen hier vergehen, selber nicht vergeht.

Unsichtbar, unvergänglich heißt's, man nennt es auch die höchste Bahn;
Erreicht man's, kehrt man nicht zurück! sieh, das ist meine höchste Statt!

Der höchste Urgeist wird erlangt durch Liebe, die nichts andres sucht, -
Er, in dem alle Wesen sind, durch den die ganze Welt gemacht.

[…]

Der helle und der dunkle Pfad, sie sind als ewige bekannt,
Einer führt zur Nichtwiederkehr, auf dem andern kehrt man zurück.

[…]

Wer diese beiden Pfade kennt, der Fromme wird niemals betört,
Zu allen Zeiten weihe dich der Andacht drum, o Arjuna!

Was für das Vedalesen, Opfern, Büßen
Und Spenden auch als Tugendlohn verheißen,
Weit über das hinaus gelangt der Fromme,
Der dies erkennt, – er kommt zur höchsten Stätte!


-9-

Nun will ich das Geheimste dir verkünden – hör mich willig an! -
Wenn dieses Wissen du erlangt, dann wirst vom Übel du erlöst.

Königs-Wissen und -Geheimnis, das höchste Läutrungsmittel ist's,
Deutlich faßbar, heilig, ewig, und doch zu üben kinderleicht.

Die Menschen, welche glaubenslos sich dieser Lehre nicht vertraun,
Verfehlen mich, – sie kehren um auf des Todes, der Wandrung Bahn.

Durch mich ist ausgespannt dies All, die Welt – unsichtbar bin ich selbst –
Die Wesen alle sind in mir, ich aber bin in ihnen nicht.

Und wied'rum sind sie nicht in mir – sieh mein, des Herrschers Wundermacht! –
Mein Ich weilt in den Wesen nicht, doch trägt es sie und bildet sie.

Wie der Wind in dem leeren Raum allüberall beständig weht,
So auch die Wesen allesamt weilen in mir – das fasse recht!

[…]

Fußend auf meiner Urnatur schaff' ich sie neu und wieder neu,
Die ganze Schar der Wesen hier, streng nach dem Willen der Natur.

Und all dies Tun und wieder Tun legt mir doch keine Fesseln an;
Ganz gleichmütig bin ich dabei und häng' an diesen Taten nicht.

Ich wache drüber, – die Natur gebiert, was steht und was sich regt;
Aus diesem Grund, o Kunti-Sohn, bewegt sich weiter fort die Welt.

Die Toren nur mißachten mich in meiner menschlichen Gestalt,
Sie kennen nicht mein höh'res Sein, den großen Herrn der Wesen all.

[…]

Die Edlen aber halten sich an meine göttliche Natur,
Mich ehren sie und mich allein als ew'gen Urquell alles Seins.

[…]

Ich bin das Opfer, Gottesdienst, der Manen Trank, das heil'ge Kraut,
Das Opferlied, das Opferschmalz, das Feuer und die Spende ich!

Ich bin der Vater dieser Welt, bin Mutter, Schöpfer, Ahnherr auch,
Bin Lehre, Läutrung, heilges Om, bin Rik, Saman und Yajus auch.

Weg, Erhalter, Herrscher, Zeuge, Wohnort, Zuflucht und guter Freund,
Ursprung, Vergehen, fester Stand, der Schatz, der ew'ge Same auch.

Die Wärme schaff' ich, Regen, Flut halt' ich zurück, laß' strömen ich,
Ich bin Unsterblichkeit und Tod, bin Sein und Nichtsein, Arjuna!

[…]

Auch die glaubensvoll ergeben andern Göttern Verehrung weihn,
Selbst diese ehren doch nur mich, wenn auch nicht grade regelrecht.

Denn der Genießer und der Herr von allen Opfern bin nur ich;
In Wahrheit kennen sie mich nicht, drum sinken wieder sie hinab.

Die sich Göttern und Vätern weihn, gehn zu Göttern und Vätern hin,
Geisterdiener zu den Geistern; wer mich verehrt, der kommt zu mir.

[…]

Gleich bin zu allen Wesen ich, ich habe weder Feind noch Freund,
Doch die hebend mich verehren, die sind in mir, in ihnen ich.

Ein großer Sünder selbst, wenn er mich verehrt und nur mich allein,
Soll gelten als ein guter Mann, weil er sich recht ent-schieden hat.

Er wird gar bald ein frommer Mann und geht zu ew'gem Frieden ein!
Erkenne dies, o Kunti-Sohn wer mich verehrt, geht nicht zugrund!


-10-

[…]

Wer mich kennt als den Herrn der Welt, der ungeboren, anfangslos, -
Ein solcher Mensch ist nicht betört, der wird von allen Sünden frei.

[…]

Ich bin der Ursprung dieses Alls, aus mir geht dieses All hervor, -
In solcher Ansicht huld'gen mir die Weisen, ganz von Lieb' erfüllt.

[…]

Diesen auch aus Barmherzigkeit vernichte ich die Finsternis
Des Nichtwissens mit hellem Licht des Wissens, ruhend in mir selbst.

[…]

Ich bin die Seele dieser Welt, in aller Wesen Herz bin ich,
Ich bin der Anfang, Mitte ich und Ende auch der Wesen all,

[…]

Bin der Saman von den Vedas, bin Indra in der Götter Heer,
Von den Sinnen der innre Sinn, – der Wesen Einsicht, das bin ich.

[…]

Anfang und End' der Schöpfungen und Mitte bin ich, Arjuna,
Kunde höchsten Geists im Wissen, der Redner Rede, das bin ich!

[…]

Der Stock bin ich der Strafenden, die Politik der Kämpfenden,
Als Geheimnis bin ich Schweigen, bin das Wissen der Wissenden.

Was nur von allen Wesen hier der Same ist, ja das bin ich!
Es gibt kein Ding, das ohne mich besteht; sei's ruhend, sei's bewegt.

Kein Ende gibt's, o edler Held, meiner himmlischen Wunderkraft,
Andeutungsweise hab' ich nur von ihrem Umfang dir erzählt.

Was es Herrliches irgend gibt, was schön ist und was kraftvoll ist,
Das, wisse, stammet alles her aus einem Teile meiner Kraft.

Indes, was soll dir, Arjuna, dies mannigfalt'ge Wissen all? -
Mit einem Teile meiner selbst hab' ich dies Weltall festgestellt!


-12-

[…]

Mehr Mühsal aber haben sie, die sich dem Unsichtbaren weihn;
Von Körperwesen wird nur schwer das unsichtbare Ziel erreicht.

Die aber all ihr Tun auf mich hinwerfen, mir ergeben ganz,
In Andacht, die nur mir geweiht, mich verehren, in mich versenkt,

Denen werd' ich ein Retter sein aus dem Meere der Todeswelt,
In Kürze schon, o Prithâ-Sohn, wenn all ihr Denken mir gehört.

Drum richt' auf mich nur deinen Sinn und senk' in mich nur deinen Geist,
So wirst du wohnen auch in mir nach dieser Zeit unzweifelhaft.

Doch kannst dein Denken du in mich noch nicht versenken ganz und gar,
Dann suche zu erreichen mich durch Andacht, die du eifrig übst.

Bist du auch dazu noch zu schwach, dann weihe dich dem Tun für mich, -
Wenn meinethalb du Werke tust, wird auch Vollendung dir zuteil.

Wenn du auch das nicht leisten kannst, auf die Andacht zu mir gestützt,
Verzicht' auf aller Taten Frucht, als einer, der sich selbst bezähmt.

[…]

Und die dem Nektar meines Worts, dem heiligen, Verehrung weihn,
Glaubensvoll, mir ganz ergeben, mich liebend – ja, die sind mir lieb!


-13-

[…]

Bei allem, was das Tun betrifft, dafür ist die Natur Prinzip,
Beim Genießen von Lust und Leid wird der Geist das Prinzip genannt.

Der Geist, in die Natur gebannt, schmeckt, was sie schafft, die Qualität,
Sein Hängen an der Qualität ist Ursach steter Neugeburt.

[…]

Wer in den Lebewesen all denselben höchsten Herrn erblickt,
Der nicht vergeht, wenn sie vergehn, – wer das erkennt, hat recht erkannt.

Denn wer denselben Herrn erkennt als den, der allen innewohnt,
Verletzt das Selbst nicht durch das Selbst und wandelt so die höchste Bahn.


-14-

[…]

Güte, Leidenschaft, Finsternis, die Qualitäten der Natur,
Sie fesseln in dem Leibe hier den Geist, den unvergänglichen.

[…]

Die Frucht der recht getanen Tat ist guten Wesens, fleckenlos,
Die Frucht der Leidenschaft ist Leid, – Nichtwissen ist des Dunkels Frucht.

[…]

Ich bin des Brahman Fundament, des unsterblichen, ewigen,
Des ewigen Gesetzes auch, des Glückes, das alleinzig ist.


-15-

[…]

Weit mehr als der vergängliche, mehr als der unvergängliche
Bin ich – drum heiß' ich in der Welt und in der Schrift der höchste Geist.

Wer von Betörung frei mich so erkennet als den höchsten Geist,
Der weiß alles und ehret mich von ganzem Herzen, Bhârata!

Geheimnisvollste Wissenschaft ist so von mir verkündet dir;
Wer sie erfaßt, ist weisheitsvoll und hat, fürwahr, das Ziel erreicht.


-16-

Zwiefach ist hier der Wesen Art: teils göttlich, teils dämonisch auch;
Die göttliche ist schon erklärt, nun hör' von der dämonischen.

Weder Handeln noch Nichthandeln verstehn dämonische Menschen recht;
Guter Wandel, Reinheit, Wahrheit – die finden sich bei ihnen nicht.

Die Welt ist unwahr, ohne Halt und ohne Herrn, – so sagen sie;
Nicht folgerecht entstand die Welt, Begierde nur rief sie hervor.

In diese Ansicht ganz verbohrt, törichten Sinnes und verderbt,
Richten durch Freveltaten sie die Welt zugrund, – unsel'ges Volk!

Von unstillbarer Gier erfüllt, voll Trug und Stolz und Übermut,
Töricht, böse Dinge wählend, führen ein schmutz'ges Leben sie.

Ihr Denken schweift ganz unbeschränkt, meint: mit dem Tod ist alles aus!
Genießen ist ihr höchstes Gut! »Es gibt nichts weiter«, denken sie.

In hundert Hoffnungen verstrickt, der Gier verfallen und dem Zorn,
Häufen sie, ihrer Lust zulieb, sich unrechtmäßig Schätze auf.

Nun hab' ich dieses schon erlangt und jenen Wunsch erreich' ich noch,
Dies hab' ich schon, und jener Schatz, der wird in Zukunft mir Zuteil;

Dieser Feind ist schon getötet, die andern werd' ich töten noch,
Ich bin Herr, ich bin Genießer, bin erfolgreich, glücklich und stark!

[…]

Wirr durch allerhand Gedanken, gefangen in des Irrtums Netz,
Ergeben völlig dem Genuß, in schmutz'ge Hölle stürzen sie.

Selbst sich ehrend, aufgeblasen, voll Stolz, voll Hochmut auf ihr Geld,
Bringen sie heuchelnd Opfer dar, die dieses Namens gar nicht wert.

Ichsucht, Gewalt, Begierde, Stolz und Zorn – dem sind ergeben sie;
Mich hassen sie im eignen Leib wie auch in andern, grimmerfüllt.

Diese Hasser, die greulichen, die schlechtsten Menschen in der Welt,
Die argen, schleudr' ich fort und fort in dämönischen Mutterschoß.

[…]

Dreifältig ist das Höllentor, wodurch die Seele geht zugrund:
Begierde, Zorn und Habsucht sind's – darum laß fahren diese drei!

Befreit von diesen, Kunti-Sohn, den drei Pforten der Finsternis,
Wirket der Mensch sein Seelenheil und wandelt so die höchste Bahn.


-18-

[…]

Entsagt man wunscherzeugter Tat, so wird Entsagung das genannt;
Verzicht auf aller Taten Frucht, das nennt Verzicht der Weisen Schar.

[…]

Doch muß man diese Taten tun, nachdem man auf das Hängen dran
Und auf Erfolg verzichtet hat, – den höchsten Standpunkt nenn' ich das.

[…]

Nun höre vom dreifachen Glück durch mich, du bester Bhärata!
Wo man ruht nach ernster Arbeit und an der Mühsal End' gelangt,

Glück, das am Anfang Gift erscheint, am End' dem Nektar ähnlich ist,
Ein solches Glück ist wahrhaft gut, durch Geistesheiterkeit erzeugt.

[…]

Wer Freude hat an seiner Pflicht, der Mann erlangt Vollkommenheit;
Wie man, seines Tuns sich freuend, Vollendung findet, höre das!

DEN, von dem die Wesen stammen, von dem das All geschaffen ist,
DEN durch seine Taten ehrend, erlangt Vollendung hier der Mensch.

Wie sie auch sei, die eigne Pflicht ist besser stets als fremde Pflicht;
Bleibt man treu dem eignen Wesen, dann bleibt man frei von aller Schuld.

Tat, die mit dir geboren ist wenn sie auch sündig, gib nicht auf!
Von Sünde ist doch alles Tun wie das Feuer vom Rauch umhüllt

Wer mit dem Geist an nichts mehr hängt, sich selbst besiegt und nichts begehrt,
Zur Vollendung der Tatfreiheit kommt er durch der Entsagung Kraft.

[…]

Selbstbewußtsein, Gewaltsamkeit, Stolz, Zorn, Begierde und Besitz
Aufgebend, selbstlos, friedevoll – so wird er reif zum Brahman-Sein.

Brahman-geworden, heitern Geists, trauert er nicht und wünschet nicht,
Gegen alle Geschöpfe gleich, faßt höchste Liebe er zu mir.

Durch die Liebe erkennt er mich in Wahrheit, wer und wie ich bin;
Hat er in Wahrheit mich erkannt, kommt er zu mir ohn' Aufenthalt.

Auch wenn er alle Taten stets ausführt, - auf mich vertrauend ganz,
Erlangt durch meine Gnade er eine ewige feste Statt.

Im Geiste alles Tun auf mich hinwerfend, mir ergeben ganz,
Auf des Geistes Andacht bauend, denke beständig nur an mich.

Mein denkend, die Gefahren all durch meine Gnade du besiegst;
Doch wenn du, allzu selbstbewußt, mein Wort nicht hörst, gehst du zugrund.

Wenn du in deinem Eigensinn etwa »ich will nicht kämpfen!« denkst,
Vergeblich ist dann dein Entschluß - es wird dich treiben die Natur.

Gefesselt durch die eigne Pflicht, wie sie aus deiner Art entspringt,
Wirst, was du töricht nicht gewollt, du wider Willen dennoch tun.

Im Herzen aller Wesen drin wohnet der Herr, o Arjuna!
Er bewegt wie im Puppenspiel die Wesen alle wunderbar.

Bei ihm such' deine Zuflucht du mit ganzer Seele, Bhârata!
Durch seine Gnad' erlangst du dann höchsten Frieden und ew'gen Stand.

Ein Wissen hab ich dir vertraut, das noch geheimer als geheim;
Nachdem du's ganz erwogen hast, verfahre weiter, wie du willst.

Doch das Allergeheimste noch vernimm von mir, das höchste Wort,
Du bist mir teuer, überaus, darum verkünd' ich dir das Heil.

Mein gedenkend, mich verehrend, mir opfernd, beuge dich vor mir!
Zu mir dann kommst du! Wahrheit ist's, was ich versprech' – du bist mir lieb.

Alle Satzungen aufgebend, such' mich allein als Zufluchts-Ort!
Von allen Sünden werd' ich dann dich erlösen – sei unbesorgt!

Doch künde niemals dieses Wort dem, welcher keine Buße tut,
Der mich nicht ehrt, auf mich nicht hört, wider mich murret fort und fort.

Wer dies geheimnisvolle Wort meinen Verehrern weitergibt,
Höchste Verehrung zollend mir, der kommt zu mir ganz zweifellos.

Ja, keiner von den Menschen all tut Liebres mir, als solch ein Mann!
Kein andrer wird auf Erden mir drum lieber sein als eben der.

Und wer dies heilige Gespräch zwischen uns beiden sich einprägt,
Mit des Wissens Opfer ehret mich ein solcher - so denke ich!

Der Mann auch, welcher glaubensvoll dies hört und nicht dawider murrt,
Auch der wird als Erlöster wohl die reine Welt der Frommen schaun.

Hast du's gehört, oPrithiä-Sohn, mit ganz davon ergriffnem Sinn?
Und ist dir der Unwissenheit Betörung nun dadurch zerstört? "

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