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Joan's Forum

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Dieses Thema hat 3 Antworten
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 Erfahrungen
joan Offline

Moderation


Beiträge: 574

20.08.2006 22:16
Erlebnisbericht Kundalinierweckung antworten

Hier ein erster realer Erlebnisbericht einer "Kundalini"- Erweckung, dann wird klar ich mit diesem Thema beabsichtige:

.... nach etwa vier Tagen intensiver Meditation, stellte ich die ersten intensiven Gefühle von Wärme fest. Es waren warme bis heiße Stellen, die urplötzlich irgendwo in meinem Körper auftraten. Seltsamerweise schien ich sie erwartet zu haben, denn sie beruhigten mich ungemein und ich bezog daraus das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Zuerst war die Wärme nur sporadisch an den verschiedensten Stellen meines Körpers wahrnehmbar, wandelte sich dann aber in ihrer Intensität und konzentrierte sich zunehmend auf meine Brust. Diese Erscheinung kannte ich flüchtig von früheren Meditationen, wo sie blitzartig auftraten und sofort wieder verschwanden. Nach ein paar Tagen hier war meine physische Verfassung wieder gut, und ich fühlte mich wohlauf.
Ich hielt meinen Meditationsrhythmus für die ganze Zeit bei. Immer wieder unterbrochen von intensiven Gesprächen mit den anderen Hausbewohnern. So, wie sich die Wärme in der Brustregion steigerte, kam jemand auf mich zu, setzte sich zu mir und ganz von allein entwickelte sich ein Gespräch, das manchmal in die tiefsten Bereiche unserer Seelen führte. Manchmal steigerte sich die Wärme auch zur Hitze und schien sich in der Senkrechten auszudehnen. Das war so intensiv, dass ich mich jedem Kontakt entzog und still in meinem Zimmer blieb. Das innere Feuer sank dann allmählich nach unten und erfüllte die tiefer liegenden Regionen des Körpers. Zeitweilig waren die Hitzewallungen so stark, dass ich die Meditation abbrechen und herumgehen musste, weil sich mein Sitzpolster wie eine glühende Ofenplatte mit brennendem Schmerz in mich hineinbrannte. Die Hitze wurde immer häufiger so stark, dass ein schützendes Schmerzgefühl erwachte und die Erfahrung bremste. Gleichzeitig schien eine weitere Kraft zu entstehen, die mich in der Senkrechten auseinander zu ziehen schien, so dass manchmal das Atmen schwer fiel. Diese Spannung empfand ich als extrem unangenehm und belastend. Das stärker werden der körperlichen Erfahrungen, verunsicherte mich zunehmend. Ich hatte wohl schon den Punkt bereits überschritten, wo ich noch alleiniger Herrscher über die Entwicklung der Dinge war. Immer öfter bemerkte ich eine seltsame Teilung meiner Wahrnehmung, in der ich mich selbst beobachtete, während ich mein Leben lebte. Es war genau dieser Zustand der mir die Angst machte, verrückt zu werden. Üblicherweise zerfiel ich in diesen Zuständen in einen Teil, der das Geschehen beobachtete. Dann entstand ein Teil, der Gedanken dachte und ein weiterer, der Gefühle fühlte. Das seltsamste aber war, dass es noch einen vierten und fünften Teil gab, der vierte steuerte den Körper und der fünfte schien eine Art lebendes Gedächtnis zu sein, das alle Beobachtungen, Gedanken, Handlungen und Gefühle der anderen Teile miteinander kombinierte und speicherte. Obwohl jeder Teil für sich stand, und ich mich hauptsächlich mit dem ersten Teil identifizierte, wußte ich immer, dass ich auch die anderen Teile war. Doch es war nicht möglich alle fünf gleichzeitig bewusst zu steuern. Die Gedanken, die mich in diesen Zuständen durchrasten, waren so schnell und so klar und die sich einstellenden Assoziationen so rasch, dass ich mich fragte wie ein normales Gehirn dazu überhaupt in der Lage war, ohne überlastet zu werden. Ich empfand es als durchaus angenehm, auf der Schulter des offensichtlich unter kräftigen Schwingungen stehenden Körpers zu sitzen und zuzuschauen. Wenn die in Schüben auftretenden Energien abflachten, konnte ich mühelos wieder die Kontrolle übernehmen und die Meditation unterbrechen. Allerdings stellten sich die Energieschübe auch Nachts im Schlaf ein, und ich erwachte oft in unbeschreiblichen Hitzewallungen.

Die vertikale Spannung nahm mit jedem Tag weiter zu und ich wurde zunehmend ängstlicher. Ich bekam das bedrohliche Gefühl in der Mitte auseinander zu reißen. Die Abschnürung war deutlich auf der Zwerchfellebene zu spüren und behinderte das Atmen stark. Die Hitzesäule war jetzt beständig geworden und je nach Konzentration mehr oder minder stark zu spüren. Sie reichte vom Steißbein bis übers Genick und war dazwischen im Brustbein am deutlichsten zu spüren. Dazu kam ein zeitweises Schwindelgefühl, verursacht durch ein Gefühl der Drehung zwischen den Augen. In ihrem Verlauf wurden die Empfindungen immer intensiver und es stellte sich ein Drang zur Bewegung ein, dem ich zuerst durch normales Gehen nachgab. Doch bald wurde dieser Drang so stark und rhythmisch, dass ihm nur noch durch Tanz Ausdruck zu verleihen war. So Schloss ich dann meist die Augen und überließ mich ganz der Tanzbewegung und dem Augenblick. Ich war überrascht, dass sich ganz langsame, Tai - Chi artige Bewegungen einstellten. Während dieser Tänze ,die bis zu einer Stunde und länger dauerten, liefen Hitzewallungen an den Armen und Händen entlang und die Beine hinauf und hinunter, während die Füße sich im Boden aufzulösen schienen.
Nach diesen Tänzen fühlte ich mich abgekühlt und erfrischt. Zuerst habe ich mich für diese Tänze auf mein Zimmer zurückgezogen, so dass ich danach problemlos einschlafen konnte. Später habe ich auch bei Spaziergängen im Wald dem Tanzimpuls nachgegeben und es war ein Gefühl des Aufnehmens und angenommen Werdens dabei. Je freier ich den Lauf des Tanzes ließ, desto harmonischer bewegte sich mein Körper. Das gab mir Zeit, meine Gefühle und Gedanken zu beobachten, wie sie zu mir kamen und mich wieder verließen, wie die Brandung der Wellen. Meine Gedanken kreisten jetzt um die beiden Pole: Struktur und Dynamik. Sie verdichteten sich und produzierten in rasanter Geschwindigkeit Verknüpfungen und Assoziationen dazu. Ein plötzlicher, nicht steuerbarer Impuls katapultierte meine Gedankenwelt dann in ein nicht weiter beschreibbares Chaos von Licht & Schwingung, dem ich nur noch beobachtend folgen konnte. Ich war ganz Energie, ganz Schwingung auf eine zutiefst unpersönliche Art. Ein Feuer, das eine Struktur erschafft, um die es sich dann sammeln kann. Während dieser Zeit war es mir nicht mehr möglich, alltägliche Dinge zu verrichten ohne dahinter eine symbolische energetische Entsprechung zu sehen mit all ihren wirklichen und vermeintlichen Auswirkungen. Ich konnte kein Gespräch mit anhören, ohne dahinter eine verdeckte Wirklichkeit durchtönen zu hören. Das galt auch für mein eigenes Tun. Es gab nichts mehr, dass keinen symbolischen Gehalt und eine entsprechende Wirkung hatte. Dadurch wurde mein Handeln stark gehemmt, da ich mir der Konsequenzen nicht mehr bewusst war! Ich zog mich immer weiter in die Meditation, oder auf einsame Spaziergänge zurück, weil ich auch immer empfänglicher wurde für die Stimmungen und Gefühle der Menschen in meiner unmittelbaren Nähe. Dies erzeugte zusätzliches Unwohlsein. Meine Orientierungslosigkeit wuchs ständig weiter. Auf meinen Spaziergängen erschienen mir Mandalazeichnungen, die irgendwie die normale Wahrnehmung überlagerten ohne sie zu stören, oder Landschaftsformationen bekamen eine symbolischen tieferen Sinn, der mir sofort einleuchtete.
Diese Dinge geschahen, ohne das ich etwas dazu oder dagegen hätte tun können. Ich wurde offensichtlich von einer intelligenten Kraft geführt, die mich nur soweit belastete, wie ich imstande war es auszuhalten. Ich merkte auch sehr schnell, dass Gehen im Atemrhythmus die vertikale innere Spannung verringerte und das ich mir dadurch etwas Erleichterung verschaffen konnte. Während des Tages konnte ich mich mit genügend Konzentration an den konkreten Dingen der Umwelt orientieren, so dass ich einen leidlich normalen Eindruck machte. In der Nacht aber blieb mir nur die Zentrierung durch Meditation, um nicht in dem sich einstellenden Energiechaos zu zerbersten. Meine Meditationszeiten stiegen demzufolge rapide an.....
alles liebe
Joan

joan Offline

Moderation


Beiträge: 574

22.08.2006 12:47
#2 RE: Erlebnisbericht Kundalinierweckung antworten

Was sonst noch so passieren kann:

Eines morgens erwachte ich mit sehr starker Spannung in der Brust. Ich sah alle Dinge von einem hellen Strahlen umgeben. Mein Reden und Verhalten wurde wohl immer entrückter. Die Leute in meiner Umgebung gingen immer vorsichtiger auf mich ein. Auf gemeinsamen Spaziergängen versuchten sie, mich von dem tobenden Geistesgeschehen in mir abzulenken. Doch das brachte nur vorübergehenden Erfolg. Gartenarbeit und Betrachtungen der Natur linderten den chaotischen Zustand etwas. Immer blieb es für mich jedoch eine Tatsache, dass alle unsere Worte und Taten, einer tieferen Symbolik entsprangen, die auf ungreifbare Weise mit uns verbunden, und Antworten auf ungestellte Fragen lieferte. Es schien mir auch, dass nicht nur ich mir dessen bewusst war, sondern auch die Anderen. Es wurde darüber aber Stillschweigen bewahrt. Am Mittag des gleichen Tages, fiel mein Blick auf den gekachelten Küchenboden. Er bestand aus hellen Fliesen mit dunklen Fugen. Gleichzeitig brach in mir ein nicht unterdrückbares Gelächter los, das so stark wurde, dass ich in Atemnot geriet und schon befürchtete umzufallen. Ich trampelte mit den Füßen auf der Stelle und lachte bis an die Schmerzgrenze. Mit sanfter Gewalt setzte man mich auf einen eilends hereingebrachten Stuhl. Die Lachsalven kamen jetzt in Schüben von einigen Sekunden Abstand, so dass Zeit zum Luftholen blieb und mein Atem ruhiger wurde. Ich fühlte mich unendlich lustig. Ja ich lachte über meine eigene Dummheit, ohne jedoch genau zu wissen warum. Die Zeiten zwischen den Lachschübe wurden immer länger, und ich bemerkte ein neues Gefühl, das sich in meinem Kopf ereignete.
Ich saß immer noch aufrecht auf dem Stuhl. Das neue Gefühl ging von der Mitte meines Kopfes aus, und fühlte sich an, wie zwei milchig weiße Ströme warmen Honigs, die von der Mitte meines Schädels, rechts und links durch meinen Kopf flossen. Sie schlängelten sich die Wirbelsäule hinunter, teilten sich am Kreuzbein und flossen durch die Beine, drangen bis in die Füße und dann in den Boden. Es war ein höchst angenehmes, wohltuendes Gefühl. Ein plötzlicher, tiefer Ernst überfiel mich, obgleich ich immer noch lachen wollte. Doch das Lachen erstarb so plötzlich, wie es gekommen war. Ich saß wohl in stiller Andacht, dem strömenden Gefühl nachspürend, denn die Frage eines Umstehenden, was los sei, riss mich aus der Konzentration. Danach war ich ziemlich aufgewühlt und zitterte etwas, doch ich empfand keine Spannung oder Hitze. Ich bemerkte hier zum erstenmal, dass ich irgendwie eine Distanz zu meinem eigenen Körper einhielt, dessen Verhalten mir eigenartig und höchst suspekt vorkam. Es war etwas, dass ich offensichtlich nicht manipulieren konnte. Als hätte sich mein Körper teilweise selbständig gemacht. Die beiden milchigen Honigströme hatten sich in ein nebliges Gefühl gewandelt. Ein wolkiger Nebel, der durch meinen Körper zog. Ganz bildlich wie Nebelschwaden an manchen kühlen Frühlingstagen in den Tälern. Ich fühlte mich grenzenlos weit und doch als Einheit. Ich spürte völlig unbekannte Gefühle. Einige fühlten sich an wie die duftende Frische von Pfefferminzöl, andere wie Rosenöl. Ich spürte sehr wohl, dass ich physisch sehr angegriffen, und meine Energie ziemlich verbraucht war, aber das wog nicht das Glücksgefühl und die Heiterkeit auf, die ich empfand. Um mich zu schonen, verbrachte ich den Rest des Tages in meinem Zimmer.
Das Wetter war ungestüm geworden, und stürmischer Wind peitschte den Regen um das Haus. In den letzten Stunden hatte es sich drastisch verschlechtert. Der Sturm heulte um das Haus ....
In dieser Nacht brannte ganz in der Nähe eine Scheune ab und die Kühe waren sehr unruhig und laut.....

und wer noch mehr darüber erfahren will, der sollte sich mal das Buch: "Der letzte Koan" ansehen .....
alles liebe
Joan

joan Offline

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Beiträge: 574

22.08.2006 13:02
#3 RE: Erlebnisbericht Kundalinierweckung antworten

Was auch immer passiert, je weniger Eigenwilligkeit in Deinem Tun ist, desto leichter wird es sein.
Alles was Du erlebst sind bestimmte Muster und Inhalte im Unbewussten. Es ist müßig darüber zu spekulieren wie die dahin gekommen sind. Wichtig allein ist, dass Du durch diesen Prozess ohne Blessuren hindurch gehst.
Eines der größten Hindernisse ist dabei Angst. Angst, die sich durch die biologische Anormalität der Erfahrung aufbaut. Die Angst vor dem Verrückt werden und die Angst vor der dem Sterben. Die beste Methode damit umzugehen ist es, sich einer starren Struktur anzuvertrauen, die zB. alle 4h eine stille Meditation beinhaltet und ESSEN! (Auch wenn Du keinen Appetit hast!) Die Belastung der biologischen Systeme ist enorm. Im Übrigen gelten alle Regeln der vernünftigen Ernährung: viel Flüssigkeit, wenig Fett, viel Kohlehydrate und wenig Eiweiß. Jedoch ist es in manchen Phasen recht gut, Naturjoghurt zu essen. Du musst auf alle Fälle vermeiden, dass der Körper unterzuckert!

Die beschriebene Hitze im Körper lässt sich nicht mit dem Thermometer messen! Hier ist ein deutlicher Unterschied zum Fieber. Diese Hitze ist meist nur von Menschen in der Umgebung wahrnehmbar, wenn sie Dich berühren. Auch hier kann es sein, dass sie erschrecken und Angst bekommen. Dann musst Du von Ihnen Abstand halten, denn DU kannst oft nicht zwischen Deinen Gefühlen und denen Anderer unterscheiden.

Und was immer Dir an Gedanken durch den Kopf geht - behalte es für Dich, gib ihm nur 1/100 Relevanz - egal was es ist. Wenn die primären Symptome abklingen, beruhigt sich auch die kochende Biologie wieder und Du wirst alle Deine Gedanken bewerten können. Denk immer daran es ist DEIN Leben, dass dabei auf dem Spiel steht. Verspiel es nicht!

bis bald


alles liebe
Joan

joan Offline

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Beiträge: 574

25.08.2006 15:49
#4 über das Wehren... antworten

Das Wehren...

Eine der immer wiederkehrenden Verhaltensweisen bei solchen Grenzerfahrungen ist das WEHREN gegen die Erfahrung. In den meisten Fällen ist es ohne Erfolg. Im Gegensatz zu einer Störung zB. wie in einer Psychose, bleibt die Erfahrung immer positiv, sobald das Wehren dagegen aufhört. Dieses "dagegen wehren" ist eine reflexartige Reaktion, die davor schützen soll, die Kontrolle zu verlieren. Doch genau das ist ja die Funktion des Loslassens und Eingehens in eine andere Wirklichkeit: Verlust der vermeintlichen Kontrolle. In der Regel besteht die ganze Zeit über ein 'Wissen', dass diese Erfahrung gut und positiv ist. Manchmal sprechen sogar innere Stimmen beruhigend darüber und erklären, was als nächsten zu tun sei.
Niemals jedoch befehlen diese Stimmen, oder fordern Gehorsam. Immer sind sie von einem Flair unbeschreiblicher Zuneigung umgeben.
Auch wenn die Erfahrung möglicherweise körperlich anstrengend wird, weil die Körperchemie durcheinander gerät, sie verliert zu keinem Zeitpunkt ihren positiven Aspekt.

Je mehr Widerstand jedoch aufgebracht wird um die Erfahrung zu kontrollieren, oder einer aufkommenden Angst zu entgehen, desto unerfreulicher werden die Auswirkungen. Je fester man an seinem Wissen anhaftet, desto massiver werden die Kräfte, die einen davon wegziehen. (Ein guter Erlebnisbericht dazu findet sich in Gopi Krishnas "Kundalini" Buch) Erst wenn restlos jeder Widerstand 'gebrochen' und aufgelöst ist, beruhigt sich die Erfahrung.
Und hier ist genau der Punkt, den jeder selbst steuern kann! Wie gut das Steuern gelingt ist abhängig von der Übung bzw. des Schwingungszustandes. Je mehr Übung und/oder je höher der Schwingungszustand, desto sanfter verlaufen diese Erfahrungen.

Manchmal so sanft, dass man sie gar nicht mehr bemerkt....

alles liebe
Joan

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